“Kara” Hui Ying Hung hingegen wurde es nicht erlaubt, in dieses MartialArts-Training einzusteigen…, so erlernte sie chinesische Tänze und Kontorsionistik (die Kunst der Körperverbiegung). Ihre Kunst zeigte “Kara” in den Folgejahren in Night-Clubs wie dem “Miramar”, insbesondere für Touristen, die sich ganzjährig zu Hunderten, wenn nicht Tausenden, in Hongkong tummeln. Und so wurde “Kara” Hui Ying Hung von einem Talent-Scout der Shaw Brothers eines Nachts entdeckt…., dies war ihr Einstieg ins Show-Biz, im Alter von gerade einmal 17 Jahren!
1977…., das Studio der Shaw Brothers befand sich zu jenem Zeitpunkt auf dem Zenit seines Schaffens. Und weibliche Darsteller hatten es in der Hierarchie des Studios schwer zu dieser Zeit. Chang Cheh…, zu jener Zeit der Regie-Fürst Shaw´s…., er setzte vornehmlich auf männliche Hauptdarsteller wie Chen Kuan Tai und Ti Lung, Frauen waren da nur schmückendes Beiwerk. Chang Cheh…, er war seinen Darstellern so etwas wie ein Freund, ein Mentor…., wie er es vor allem bei Alexander Fu Sheng war. Ohne Mentor…., wie sollte es da mit “Kara” Hui Ying Hung weitergehen? Doch Hui Ying Hung…, sie fand diesen Mentor in Person des Kampf-Choreographen Lau Kar Leung, der das Talent der blutjungen Darsteller-Anwärterin erkannte. Später hatten “Kara” und Lau Kar Leung auch eine ganz persönliche Beziehung zu einander, und als Lau zum Regie-Granden Shaw´s aufstieg, castete er “Kara” für einige seiner größten Erfolge.
Lau Kar Leung war der bevorzugte Fighting-Instructor Chang Cheh´s…., und Chang Cheh castete sie erstmals für einen kleinen Auftritt im Alexander Fu Sheng-Star-Vehikel “Chinatown Kid” (1977). Die weiblichen Hauptrollen blieben hier Shirley Yu, Shaw Yin Yin und Fu Sheng-Gattin Jenny Tseng vorbehalten. Eine weitere kleine Rolle als Schulmädchen in “Teenagers nightmare” folgte, und das Jahr 1977 wurde durch die Rolle der Waisen Nian Zhi im bunten Eastern-Melodram Chang Cheh´s, “The brave Archer”, abgerundet.
Dass es für “Kara” Hui Ying Hung noch etwas dauern würde, bis sie von der “kleinen” Nebendarstellerin zu einer DER Action-Ikonen des Eastern, zu einer “First Lady des KungFu” der Shaw Brothers aufstieg…, dies zeigte auch das darauf folgende Jahr 1978. Chang Cheh castete sie zunächst für sein weniger gelungenes Sequel zum ersten Brave-Archer-Film, ”Brave archer 2″…, auch hier agierte “Kara” mehr im Hintergrund. Auch Shaw´s Meister des Wuxia-Films, Chu Yuan, besetzte Hui Ying Hung gleich für 3 seiner Streifen in jenem Jahr, “Heaven sword and dragon sabre 2″ mit Erh Tung-Sheng, “Clan of amazons” mit Liu Yung und Ching Li, sowie “Swordsman and enchantress” mit Ti Lung und Lily Li. Hilfestellung beim Karierestart und die Möglichkeit Kamera-Erfahrung zu tanken, gab ihr auch Shaw´s Mann für die cineastischen Momente, Li Han Hsiang…., und dies in seinem Streifen “The voyage of emporer Chien Lung”.
Im Jahre 1978 drehte “Kara” Hui Ying Hung noch 2 weitere Streifen…, auch hier stand sie mehr als schmückendes Beiwerk im Hintergrund…, doch waren beide Filme große Erfolge, die auch ihre weiteren Möglichkeiten vergrößerten. In Ho Meng Hua´s “Shaolin Handlock” war die dominantere weibliche Rolle “Kara”´s Shaw-Konkurrentin Chan Ping vorbehalten. Und in Chang Cheh´s Venom-StarVehikel “Invincible shaolin” durfte sie zwar Sun Chien verführen…, doch viel mehr als lächeln und kichern im Verbund mit ihren Kolleginnen Niu Niu und Yau Chiu Ling war ihr -chang cheh-typisch- nicht vergönnt.
Das Jahr 1979 brachte für “Kara”…, die sich immer schneller im Shaw-Ensemble etablierte, den ersehnten Kariere-Schub hin zu begehrten Hauptrollen! In kleineren Rollen agierte die aparte Actrice wieder für Li Han Hsiang in “The scandalous warlord” und “The ghost story“. Mit-Entdecker Chang Cheh besetzte “Kara” ebenfalls, so war sie in seinem gnadenlos überfrachteten, surreal überambitionierten Werk “Heaven and hell” ebenso zu entdecken, wie in seinem Eastern-Märchen “Life gamble”. In letztgenanntem, durchaus gelungenem Streifen, fiel “Kara” den Fans auf…, spielt sie doch in ihrer Rolle der “Xiao Hong” die Geliebte Alexander Fu Sheng´s, welcher ihr die in diesem Film heißbegehrte ”He Huan Jade” schenken will. Im Jahre 1979 legte “Kara” Hui Ying Hung ein geradezu shaw-typisches Pensum ab…., eine Rolle folgte der nächsten. So castete sie Carter Wong-Entdecker Huang Feng für den KungFu-Streifen “The last judgement”, Sun Chung stellte sie an die Seite Shih Szu´s, Ti Lung´s und Alexander Fu Sheng´s in seinem Meisterwerk “The deadly breaking sword”, und auch Mentor und Freund Lau Kar Leung engagierte sie für sehr erfolgreiche Eastern-Filme.
In “Dirty Ho” spielte “Kara” eine Dirne, um deren Gunst sich Lau Kar Fei und Wong Yue hier bemühten. Und in “Mad monkey kung fu” agierte Hui Ying Hung in einer tragenderen Rolle…., an der Seite des Regisseurs und Hauptdarstellers Lau Kar Leung verkörperte hier “Kara” die Rolle der “Tsuei Hung”. Doch gilt ihre Verkörperung der “Xiao Hong” im Streifen “Tigress of shaolin” unter der Regie Law Kei´s als “Kara” Hui Ying Hung´s erste größere Hauptrolle! “Kara” Hui Ying Hung hatte es geschafft! In diesem actionreichen Film, der auf der Erfolgswelle der “Knochenbrecher”-Streifen mitritt, standen Lau Kar Yung als Shaw´s ”Ersatz-Jackie Chan” und der sich hier an der Darstellung des ”Drunken master” orientierende Huang Ha an “Kara”´s Seite!
Hui Ying Hung hatte sich etabliert…, und stand für noch höhere Aufgaben bereit…….!
Im Jahre 1980 drehte “Kara” Hui Ying Hung unter der Regie von Li Han Hsiang die Filme “Tiger and the widow”, einen KungFu-Streifen mit Liu Yung und Tien Ni, sowie einen weiteren Teil des Serials um Kaiser Chien Lung, “Emporer Chien Lung and the beauty”, wieder mit Liu Yung. Außerdem castete sie ihr Freund Lau Kar Leung, damit sie in “The return of the 36th chamber” quasi die “weibliche Kontrolle” über Lau Kar Fei behielt. Dieses Sequel zum legendären ”The 36th chamber of shaolin” wurde ein weltweiter Hit! Ebenfalls in 1980 entstand an der Seite Lily Li´s, Lo Lieh´s und Wong Yue´s unter der Regie Ho Meng Hua´s der Film “Swift sword”. Im selben Jahr entstand mit ”Kara” in einer Hauptrolle unter der Regie Lo Lieh´s, aber mit sichtbarer Handschrift von Lau Kar Leung, der sehr gute Eastern “Clan of the white lotus”. In diesem Streifen bringt Hui Ying Hung als “Wu Mei-Ha” ihrem Filmpartner Lau Kar Fei (Gordon Liu) mit ausgefeilten Methoden “weibliches KungFu” bei. Ihrer brillianten Darstellung als findige KungFu-Trainerin, Mutter, Schwägerin und mutige Kampfkünstlerin in einem, ist es wohl zu verdanken, das hier ein überaus unterhaltender Streifen entstand, in der neben den Hauptakteuren noch Lo Lieh und Yang Ching Ching mitagierten.
1981……, eine Zäsur in der immer schillernderen Kariere “Kara” Hui Ying Hung´s. Die Shaw-Actrice setzte nunmehr neue Maßstäbe hinsichtlich weiblicher KungFu-Action-Ästhetik. Sie entwickelte sich zu einem der weiblichen Stars des Studios…., und sie war längst mehr als ein hübscher Blickfang! Nach kleineren Rollen in “Brave archer 3″ und “The return of the sentimental swordsman” jeweils an der Seite Alexander Fu Sheng´s, agierte Hui Ying Hung in 2 ihrer größten Erfolge mit…., beide male unter der Regie ihres Mentors Lau Kar Leung.
In der Rolle der “Juying” half “Kara” ihren Partnern Lau Kar Fei und Robert Mak gegen die villains um Johnny Wang Lung Wei in dem actionreichen Film “Martial club”. Hier zeigte sie eine vor allem fighttechnisch ausgereifte Performance…, ihren männlichen Filmpartnern in nichts nachstehend! Und schließlich war “Kara” Hui Ying Hung in einem Streifen zu sehen, mit dem sie bis heute identifiziert wird:
In “My young auntie” spielte sie die Titelrolle….! Als “Jing Dai Nan” ist sie hier die jugendliche Tante Lau Kar Leung´s und die Großtante(!) Hsiao Ho´s. So war denn ihre Rolle hier eine mitunter etwas undankbare…, war sie doch auch dem Spott ihrer “Verwandschaft im Film” ausgesetzt. Doch “Kara” meisterte diese Rolle bravorös…., es war “ihr” Film…, und sowohl darstellerisch und auch kampftechnisch überzeugte Hui Ying Hung Kritiker und Publikum gleichermaßen. Hui Ying Hung´s Rolle war hier so memorabel…, dass ihr sogar seitdem ein Spitzname anhing…: “Auntie” (”Tantchen”)!
Ein Jahr nach diesem Erfolg, wurde 1982 in Hongkong der “Hongkong Film Award” ins Leben gerufen. Und bei der allerersten Verleihung dieses Awards, war es “Kara” Hui Ying Hung, die diesen in der Kategorie “Best female actress” für eben diese Darstellung in “My young auntie” erhielt!
“Kara” Hui Ying Hung war auf dem Gipfel ihrer Shaw-Kariere angelangt!
Die Strategie Shaw´s war es nunmehr die mittlerweile hohe Popularität der Darstellerin zu nutzten. Und so war “Kara” Hui Ying Hung im Jahre 1982 an nicht weniger als 7 Filmen beteiligt! In einer Hauptrolle agierte sie neben “Candy” Wen Hsue-Er und Johnny Wang Lung Wei unter der Regie Tony Liu´s in dem Streifen “Lover blades”. Wieder für Li Han Hsiang, wieder neben Liu Yung, in dem Drama “The emporer and the minister”. Unter der Regie Taylor Wong´s entstand der skurrile Fantasy-Eastern “Buddha´s palm” mit Erh Tung-Sheng, und für Chang Cheh hatte Hui Ying Hung wieder einen kleinen Auftritt im letzten Teil der “Brave archer”-Saga, “The brave archer and his mate” mit Shaw-Legende Alexander Fu Sheng. Ihr Mentor und Liebhaber, Lau Kar Leung, besetzte “Kara” für 2 seiner Streifen….! In “Legendary weapons of China” war Hui Ying Hung eine der auf Lau Kar Leung angesetzten Killer, in der Rolle der “Fang Shau-Ching” versuchte sie den wenig überzeugenden Film zu retten, was auch ganz gut gelang! Auch in “Cat vs. rat”, einem weiteren Streifen der auf mehr oder weniger gelungenen Commedy setzte, spielte ”Kara” mit. Sie stellte hier in der Rolle der “Yu Lan” die Schwester Adam Cheng´s dar, dem Widersacher Alexander Fu Sheng´s in diesem schrägen Film. Wieder war hier “Kara”´s eleganter Kampfstil zu bewundern. Letztendlich agierte Hui Ying Hung in jenem Jahr auch noch in einer Hauptrolle in der für die Shaw Brothers sehr erfolgreichen Sozial-Satire “The 82 tenants”, Regie: Lee Pooi Kuen.
Im Jahr 1983 hingegen, wurde das Pensum “Kara” Hui Ying Hung´s zurückgefahren…., nur eine kleine handvoll Streifen entstand in jenem Jahr. Doch waren diese Filme auch und vor allem Streifen, die den Ruhm Hui Ying Hung´s weiter begründeten. “Demon of the lute”, ein KungFu-Streifen, der in diesem Jahr entstand. Doch waren 2 andere Filme richtig große Erfolge. In “The lady is the boss” war der Titel Programm. Wieder an der Seite Lau Kar Fei´s und Hsiao Ho´s zeigte Hui Ying Hung wieder eine bemerkenswerte Performance. Regie führte ihr Freund Lau Kar Leung. So wie auch in dem nächsten Streifen, der zu einem der größten Erfolge in der Spätphase des Shaw-Studios avancierte. “The eight diagram pole fighter”…., hier brillierte Hui Ying Hung in der weiblichen Hauptrolle als “Tochter 8″ des Yang-Clans in einer atemberaubenden Action-Performance. Kaum ein anderer weiblicher Superstar der Shaw Brothers zeigte je so eine intensive KungFu-Action wie ”Kara” in jenem bemerkenswerten Streifen. An ihrer Seite agierte hier der Hauptdarsteller Lau Kar Fei und in seiner letzten Rolle Shaw-Megastar Alexander Fu Sheng.
Der 7. Juli 1983….., die Welt des Eastern hielt inne. Alexander Fu Sheng war bei einem Auto-Unfall auf tragische Weise tödlich verunglückt. Auch “Kara” Hui Ying Hung trauerte um den legendären Kollegen…., zu sehen war sie in der Mini-Dokumentation “A tribute to Fu Sheng”, an der Seite Wang Lung Wei´s, Lo Lieh´s, Chen Kuan Tai´s, David Chiang´s, Mona Fong´s, Run Run Shaw´s u.v.a., erwies sie auf der Trauerfeier dem berühmten Kollegen die letzte Ehre.
1984…, es ist das letzte Jahr “Kara” Hui Ying Hung´s für das Studio der Shaw Brothers. Filme wie der Wuxia-Streifen “New tales of the flying fox”, in dem “Kara” einen Kampf auf Tonkrügen zu vollführen hatte, oder der KungFu-Streifen “Long road to gallantry” mit Kenny Ho als ihrem Partner, zementierten den Ruf der Darstellerin als ideale Besetzung für die Rolle der Kriegerin bzw. Kampfkünstlerin. Jedoch zeigte die Actrice durchaus auch ihre Wandlungsfähigkeit…, so in dem in jenem Jahr entstandenen dramatisch-kommödialen Film “Family light affair” über Aussiedler die aus Rot-China nach Hongkong immigrieren. Unter der Regie von Alfred Cheung agierte Hui Ying Hung in einer starken Rolle als Immigrantin.
Auch in den Jahren nach 1984, nach ihrer Shaw-Kariere, blieb ”Kara” Hui Ying Hung als Darstellerin auf der Leinwand erfolgreich…, hatte sie doch längst Superstardom-Status erreicht. Ob in dramatischen Rollen oder in billigen Action-Filmen…, die Schauspielerin zeigte, dass sie auch in der Nach-Shaw-Ära den Wandel im Hongkong-Kino meisterte. Filme wie “Rosa”, “Naughty boys” (beide 1986), “Burning ambition”, “They came to rob Hongkong” (beide 1989), “Widow warriors”, “Brave young girls”, “Stage door Johnny”, “That´s money” (alle 1990), “Roar of the vietnamese” (1991) oder “Angel terminator” (1992) waren auch dank Hui Ying Hung mehr oder weniger erfolgreich. Weiter ging es mit “Madame city hunter” (1993), “Dragon from shaolin” (1996) und “Fist power” (2001).
Einen besonderen Erfolg erzielte Hui Ying Hung mit ihrer Darstellung einer uniformierten Polizistin in dem von Jackie Chan produzierten Film-Serial “The inspector wears skirts”.
“Kara” Hui Ying Hung…., die heute 49jährige Darstellerin -die auch für´s TV arbeitete und sich für die asiatische Ausgabe des “Playboy” auszog- hat bis heute einen Rückzug aus dem Filmgeschäft nicht bekannt gegeben. Im Gegenteil: Ihr einstweilig letzter Film, “At the end of day break”, feierte am 5. November 2009 seine Premiere in den asiatischen Kinos. In diesem Mutter/Sohn-Drama ist Chiu Tien You ihr “Sohn im Film”. Und vor kurzem erreichte die Eastern-Fans die frohe Botschaft…: “Kara” Hui Ying Hung erhielt für ihre Darstellung in diesem Film den begehrten “Golden Horse”-Award der taiwanesischen Film-Akademie!
“Kara” Hui Ying Hung drehte für Shaw etwa 40 Streifen…, nach ihrer Zeit bei Shaw kamen noch sage und schreibe etwa 75 Filme hinzu. “Kara”…., eine Ikone des asiatischen Films…, eine “Queen of KungFu”…., eine der Darstellerinnen der Shaw Brothers, die unvergessen bleiben wird.
Lin Shao Yu
]]>Yang Ching Ching, eine jener Protagonistinnen des Eastern-Genres, deren Schicksal es war und ist, namentlich nur einem Insider-Fankreis dieser Film-Sparte bekannt zu sein. Und das, obwohl sie in einigen der besten und erfolgreichsten Streifen der Spätphase des legendären Studios an der Clearwater Bay mitagierte und durch ihr überragendes Können dem Betrachter durchaus visuell haften blieb. Nur fragten sich nicht wenige Sponti-Easternfans: “Wer ist das?”, und blieben mit dieser unbeantworteten Frage allein zurück.
Denn zu ihrer Zeit bei Shaw Brothers stand Yang Ching Ching im Schatten ihrer weiblichen Studio-Kolleginnen wie etwa Kara Hui Ying Hung, Lilly Li oder Candy Wen. Später, nach ihrer Zeit bei Shaw, in der sie weniger als Darstellerin auftrat, dafür aber als eine der ganz, ganz wenigen Schauspielerinnen posthum Karriere als Action-Choregraphin und Stuntwoman machte, da stand sie wiederum im Schatten von Actricen vom Schlage einer Michelle Yeoh oder Brigitte Lin. Obgleich sie die eben genannten Darstellerinnen als Stuntwoman in ihren Filmen doubeln durfte.
Die Markenzeichen der aparten Yang Ching Ching waren ihre immer hellwachen Augen mit dem immer Kampfbereitschaft signalisierenden Blick scharf zur Seite, und vor allen Dingen natürlich ihr spektakuläres Können hinsichtlich KungFu und WuShu, den fernöstlichen Waffentechniken. Yang Ching Ching´s Kampfstil zeichnete sich durch agile Dynamik und hohe Elastizität aus, vor allem ihre Beintechniken waren hier hervorzuheben. Als Yang Ching Ching Anfang der 80er Jahre des letzten Jahrhunderts in das Genre einstieg, kann man sagen, dass es ein derartiges, großes weibliches Eastern-Talent seit den Tagen Polly Shan Kwan´s in den 70ern nicht gab.
Seit ihrer Kindheit betrieb Yang Ching Ching ein umfangreiches Trainung und eine gezielte Ausbildung in den chinesischen Kampfkünsten, im WuShu. Und eines Tages wurde sie bei einem Kampfsport-Turnier von Shaw´s aufstrebendem Fighting-Instructor Lau Kar Leung, gerade auf der Suche nach neuen Talenten für den Film, entdeckt. So unterschrieb sie einen Vertrag bei Shaw Brothers, das blutjunge Talent war hier kaum 16 Jahre alt. Yang Ching Ching erhielt in den Ausbildungs-Akademien der Shaw Brothers den letzten Schliff.
Im kommödialen “Every man for himself” (1980) unter der Regie Chang Shen´s debutierend, fiel sie erst in einem weiteren Streifen, “Two Champions of Shaolin” (1980) als Jin Bier, der Schwester Sun Chien´s (im Film), auf. Regie führte hier immerhin Shaw´s Genre-Altmeister Chang Cheh, und in diesem nicht absolut überzeugenden Streifen waren Chang´s Venoms die Hauptprotagonisten.
Nachdem Yang Ching Ching in einer kleinen Nebenrolle im Sequel zum Mega-Klassiker “36th chamber of shaolin”, “Return to the 36th chamber” (1980) mitspielte, wurde sie für den Streifen “Clans of the white lotos” (1980) engagiert. Hier hatte die Actrice unter der Regie von Lo Lieh ihren ersten richtig auffallenden Auftritt als Verlobte Lau Kar Fei´s (im Film), Siu Ching. Ihr Umgang mit dem Schwert gehörte hier zu den memorabelsten Szenen des erfolgreichen Streifens, in dem außerdem noch ihre Shaw-Konkurrentin Kara Hui Ying Hung mitspielte.
Im Jahre 1981 hatte es Yang Ching Ching zu einer gewissen Gefragtheit unter den Shaw-Regisseuren geschafft. So wurden Regisseure wie Chu Yuan und Lau Kar Wing auf die agile Akteurin aufmerksam.
In jenem Jahr agierte Yang Ching Ching, namenlos im Film bleibend, unter der Regie Chu Yuan´s in der surrealen Eastern-Saga “The emporer and his brother” mit. Ti Lung und seine Mitstreiter sind hier dem hinterhältigen Lo Lieh ausgeliefert, und müssen sich in diversen Duellen, garniert mit allerlei Firlefanz aus dem Shaw´schen Waffenarsenal, aus ihrer Situation herauskämpfen. Zu Lo Lieh´s hier namenlos bleibenden Schergen gehörte hier im sehr aktobatisch gehaltenen Finale eine Frau an: Yang Ching Ching. Sie half mit, den so komplexen wie würdevollen Streifen zu veredeln.
Im selben Jahr, 1981, wurde Yang Ching Ching für einen kommödialen Shaw-Streifen besetzt, in dem sie ihren wohl größten Auftritt hatte, eine actionlastige, spektakuläre Darbietung, mit der sie heute noch identifiziert wird. In “The treasure hunters” spielte Yang Ching Ching unter der Regie Lau Kar Wing´s letztendlich in der Rolle ihres Lebens, die wortkarge Gehilfin des villains Mo (dargestellt von Johnny Wang Lung Wei). Mit 2 Schwertern herumwirbelnd, ihre körperliche Elastizität und ihre Dynamik hinsichtlich ihrer Beintechnik äußerst beeindruckend einbringend, verlangt sie im gedehnten Finale ihren Gegnern (Alexander Fu Sheng, Lau Kar Fei mit einer Gruppe von Mönchen) absolut alles ab. Haften blieb hier insbesondere der Fight gegen Shaw-Megastar Alexander Fu Sheng, den die beiden Kampfkünstler, zum Teil Rücken an Rücken dabei gekettet, zu absolvieren hatten. Yang Ching Ching´s Darbietung in diesem Film dürfte mit zu den besten Performances einer DarstellerIn in einem Film des Eastern-Genres gewesen sein. In den Credits wurde die Actrice als Kampf-Regisseurin genannt, womit davon auszugehen ist, dass Yang Ching Ching ihre Szenen selbst choreographierte.
Letztendlich war “The treasure hunters” der Durchbruch für Yang Ching Ching, auch wenn sie wohl vor allem im Westen kaum jemand namentlich auf der Rechnung hatte. In einigen der größten Filme in der Spätphase der Shaw Brothers konnte Yang Ching Ching mitagieren und zeigte auch hier beeindruckende actiontechnische Darbietungen. So in Filmen wie “Bloody parrot” (1981, unter der Regie Hua Shan´s), “The spirit of the sword” (1982), “Bastard swordsman” (1983), “Holy flame of the martial world” (1983), “The lady assassin” (1983) oder “Ghost galore” (1983). Im Westen noch bekannter sind allerdings ihre Darbietungen in den beiden letzten Filmen Alexander Fu Sheng´s, in denen sie in kleinen, actiongeprägten Rollen glänzen konnte. In dem Streifen “The eight diagram pole fighter” (1983), jenem rastlosen Action-Meisterwerk Lau Kar Leung´s mit Fu Sheng und Lau Kar Fei als einzig männlichen Überlebenden des Yang-Clans, agierte Yang Ching Ching als ´Yang 9´ an der Seite ihrer Schwester (im Film) Kara Hui Ying Hung, die letztendlich die weibliche Hauptrolle innehatte, und einer kaum wieder zu erkennenden Lilly Li, die als ergraute Clan-Mutter (mit 33 Lenzen!) brillierte.
Im letzten aller Filme Alexander Fu Sheng´s, “Wits of the brats” (1983, erst 1984 in die Kinos kommend; Regie: Wang Tsing/Alexander Fu Sheng), schließlich fightete sich Yang Ching Ching als “Woman in red” durch das Geschehen. 1984 (die Shaw-Studios schlossen 1985/86) arbeitete Yang Ching Ching letztmals als Darstellerin für ihr Heim-Studio, im abgedreht-kommödialen “Thunderclap” mit Chen Kuan Tai und Ku Feng unter der Regie Tony Leung´s.
Mit dem Ende der Shaw Brothers begann für Yang Ching Ching eine Zeit, in der sie sich immer mehr auf Aufgaben im Hintergrund konzentrierte, entweder als Stuntwoman oder als Action-Regisseurin.
Nur noch sporadisch als Darstellerin agierend, hatte Yang Ching Ching nicht den Ehrgeiz ganz auf einen weiteren Karriere-Verlauf vor der Kamera zu setzen. Sie bevorzugte es offenbar auf eine gesichertere Position als Action-Regisseurin oder Stuntwoman (wobei sie weniger die gefährlichen Szenen doubelte, als dass sie die waffentechnischen oder akrobatischen Parts der jeweiligen Haupt-Darstellerin zu inszenieren wusste) zu setzen. Ein Grund mag auch gewesen sein, dass sie im Westen nicht die namentliche Popularität genoss, und Darstellerinnen mit exotischerem Aussehen, wie Michelle Yeoh oder Cynthia Khan bevorzugt wurden.
In der Zeit nach ihrer Shaw-Karriere arbeitete Yang Ching Ching immer mehr für das Fernsehen, vornehmlich für Action-Dramas. Hierbei lernte sie auch den bekannten Action-Regisseur/Choreographen Ching Siu Tung kennen, der sich im Laufe der Zeit immer mehr als ein Mentor Yang Ching Ching´s herauskristallisierte. So arbeitete sie auch als Stunt-Double in einigen seiner Filme mit. Seit 1989 ist Yang Ching Ching als Action-Regisseurin tätig, auch noch in den heutigen Tagen. In den letzten Jahren begann Yang Ching Ching als WuShu-Coach für ein Junioren-Stunt-Team zu arbeiten.
Lin Shao Yu
]]>
Bio-pic about Lady Thai Boxer Parinya Charoenphol, starring Kyoko Inoue | Film data, review, stills & trailer | english & deutsch |

| akas | Beautiful Boxer |
| released | 2003 |
| production company | GMM Pictures - Thailand |
| producer | Ekachai Uekrongtham |
| director | Ekachai Uekrongtham |
|
martial arts director |
Sanae Tuptimtong |
| cast | Kyoko Inoue, |
| Atsanee Suwan, Neukkid Boontong, Sorapong Chatree, Erik Markus Schuetz, Ornarnong Punyawong, | |
| running time | approx. 118 min |
| genre | thai-boxing |

REVIEW / BEAUTIFUL BOXER erzählt die märchenhafte Metamorphose Nong Tooms, vom umjubelten Thaiboxer zu der glamourösen Schauspielerin Parinya Charoenphol. 1981 geboren als Sohn armer Nomaden, zog er in seiner Kindheit mit seiner Familie von Ort zu Ort, bis sie in der Provinz Chiangmai in Nord-Thailand eine kleine Litcheeplantage anlegen. Als wehrloses Mädchen, im Körper eines Jungen gefangen, wird Nong Toom ständig von anderen Kindern verkloppt. Bis er eines Tages beginnt, Muay Thai zu trainieren. Er wird zum letalen Champion einer der härtesten Kampfsportarten und steigt geschminkt in den Ring. Die Menge tobt. Immer wieder Schmährufe, er besudele diesen macho Sport und ein ums andere Mal hat Nong Toom die besseren Argumente - fantastische Moves und KO-Siege. Er küsst seine wankenden Kontrahenten zum Abschied auf die Wange. Das gerade flaue Muay Thai Business lebt durch diese spektakulären Fights auf. Nong Toom wird zu einer Celebrity, geliebt, verachtet und eine Touristenattraktion. Bis er nicht mehr weiß, wer er ist, oder was aus ihm geworden ist – eine Frau im Körper eines Boxers, oder ein Tier in einer Zirkusshow. 1999 wird Nong Tooms Traum wahr - eine Operation gleicht Körper und Herz an. Aus Nong Toom wird Parinya Charoenphol: Schauspielerin, Photomodell, Boxerin.
BEAUTIFUL BOXER ist hochromantisch; der narrative Weichzeichner verschluckt vermutlich einige Härten, die Nong Toom erleben musste. Lauscht man Parinyas sanften Stimme, wird diese Darstellung mehr als stimmig, genau so würde sie ihre eigene Geschichte erzählen. Nicht alle Details führen zu größerer Tiefenwirkung; die Unschärfen verhindern eher voyeuristische Ambitionen. Dazu passt dann die arthaus-gloss Optik, die nicht nur die spezielle tropische Farbenpracht und das Leben jenseits von Großstadt und Touristenstränden einfängt. Die Aufnahmen des Muay Thai, egal ob im Ring oder im Training, ob in grellen Neonlichter getaucht oder als Schattenspiel, zeigen die tänzerische Anmut dieser Kampfkunst, wie ich sie vorher noch nicht gesehen habe. Der Film ist insgesamt sehr physisch erzählt, fast ohne Tonspur zu verstehen, ein orchideen-übersätes, blutspritzendes Musical. Es ist das Filmdebüt von Regisseur Ekachai Uekrongtham, der vorher am Theater arbeitete und, tatsächlich, viele in Asian erfolgreiche Musicals in Szene setzte.
Fast alle Thaiboxer im Streifen sind real-life Profiboxer, auch Hauptdarsteller Asanee „Art“ Suwan, der genau wie Nong Toom aus Chiangmai Province stammt und Thaiboxen mit 12 aufnahm, um für seine Familie sorgen zu können. Er bereitete sich ein Jahr lang auf die Rolle vor, nahm Ballet und Schauspiel Unterricht, lernte komplizierte „Likay“ Bewegungen (Likay ist traditionelle thai Strassen Oper), und absolvierte einen „Personality Enhancement Course“ – den gleichen, den Beauty Queens belegen, um den letzten Schliff zu kriegen. Er verbrachte auch viel Zeit mit Parinya Charoenphol, die als Beauty Consultant stets am Set war und auch einem der Songs ihre Stimme verlieh. Stargast des Films ist Kyoko Inoue, top female Wrestler aus Japan. Sie spielt sich selbst und den Kampf nach, den sie mit Nong Toom 1998 im Tokyo Dome ausfocht.
SCORE 9/10
REVIEW / BEAUTIFUL BOXER relates Nong Toom’s fairy-tale metamorphosis, from cheered thaiboxer to glamorous actress Parinya Charoenphol. Born in 1981 as the son of poor nomads, he spent his childhood traveling from one place to another with his family, settling in northern Thailand, province Chiangmai, after a few years, to lay out a small lichee plantation. As a defenseless girl trapped in the body of a boy, Nong Toom is constantly beaten up by the other kids – but one day he starts training Muay Thai. He becomes a lethal champion of one of the fiercest martial arts, and jumps into the ring wearing make-up. The crowd storms. Insults and abuse are hurled at him, reproaches of befouling this macho sport are spewn, and every time Nong Toom has the better arguments - fantastic moves and knock-out victories. He kisses his staggering opponent good-bye, leaving lipstick marks on the sinking body. These spectacular fights revive the momentarily slack Muay Thai business. Nong Toom rises to stardom, loved, hated and a tourist attraction. Until he doesn’t know, who he is, or what has become of him – a woman in the body of a boxer, or an animal in a circus show. In 1999, Nong Toom’s dream comes true - an operation harmonizes body and heart. Nong Toom becomes Parinya Charoenphol: photo model, actress, lady boxer.
BEAUTIFUL BOXER is highly romantic, the narrative diffuser probably swallowing quite a few hardships Nong Toom had to bear with. Listening to Parinya’s soft, chiming voice, the portrayal seems more than accurate; she probably would have told her own story exactly like this. Not all details add depth, the passing haziness rather obstructing voyeuristic ambitions, visually enhanced by the arthouse-gloss coating, which captures more than the special, tropical color surge and life beyond big cities and tourist beaches. The photography of Muay Thai, no matter if in the ring or while training, if basked in glaring neon lights or as a shadowplay, reveals the dance-like grace of this martial arts form, as I have never seen before. The whole movie is very physically recounted, almost understandable without audio track; an orchid-strewn, blood-splattering musical. It’s the film debut of director Ekachai Uekrongtham, who worked a lot at theaters beforehand, and, look at that, he staged a lot of musicals, which were very popular throughout Asia.
Almost all thaiboxers in the movie are real-life professional boxers, like main actor Asanee „Art“ Suwan, who comes from Chiangmai Province and started thaiboxing when he was 12 to support his family, just like Nong Toom. He took a year to prepare himself for his demanding debut as an actor, studying balett and acting, learning complicated „Likay“ movements (Likay is traditional Thai street opera), and completing a „Personality Enhancement Course“ – the same one beauty queens enroll for to achieve the final polish. He also spent a lot of time with Parinya Charoenphol, who was on the set as the Beauty Consultant, and also lent one of the songs her voice. Top guest star of the film is Kyoko Inoue, top female wrestler from Japan. She plays herself and re-enacts the fight she had with Nong Toom in 1998 at the Tokyo Dome.
SCORE 9/10




more information on the US official website, http://www.beautifulboxer-themovie.com/
Original Trailer:
great video of original Fight Nong Toom vs Kyoko Inoue, with interviews (from Japanese TV):
Video interview in English with Parinya Charoenphol: